Gablitz feiert 2018 seinen Bürger und Philosophen Ferdinand Ebner

v.l.n.r: Johannes Ebner (Enkel von Ferdinand Ebner), Bgm. Michael Cech, Dr. Herbert Limberger (Int. Ferdinand Ebner-Gesellschaft)

Gablitz erinnert am 11. April 2018 an seinen Bürger und Philosophen Ferdinand Ebner Kooperation zwischen Marktgemeinde und der Internationalen Ferdinand Ebner-Gesellschaft Der Enkel des Philosophen, Johannes Ebner startet das Projekt mit Bürgermeister Michael Cech und Dr. Herbert Limberger von der Int. Ferd. Ebner-Gesellschaft

Vor 99 Jahren hat Ferdinand Ebner sein Hauptwerk „Die Fragmente“ fertiggestellt. Aus diesem Anlass will die Marktgemeinde Gablitz in Kooperation mit der Internationalen Ferdinand Ebner-Gesellschaft in einem Fest am 11. April 2018 an ihren großen Bürger erinnern. Das ist Anlaß eines „Festls“(=kleines Fest) in Gablitz an seinen Wirkungsstätten, die alle in oder in der Nähe der Ferdinand Ebner Gasse liegen.

Bgm. Michael Cech: „Ferdinand Ebner ist sicher einer der bekanntesten Bürger unserer Gemeinde und sogar weit über unsere Landesgrenzen bekannt. Die Gablitzer Volksschule und die Schulgasse sind nach Ferdinanz Ebner benannt und deshalb freut es mich ganz besonders, dass wir in Kooperation mit der Internationalen Ferdinanz Ebner-Gesellschaft in Innsbruck im Rahmen eines kleinen Festes an Ebner erinnern werden. Auch dass wir die Planung mit dem Enkel des Philosophen in Gablitz aus der Taufe heben durften ist etwas ganz besonderes.“

Lebenslauf von Ferdinand Ebner:

Ferdinand Ebner wurde am 31. Jänner 1882 in Wiener Neustadt als siebentes Kind der Anna und des Landwirtes und Fleischhauers Johann Ebner geboren. Zwei Geschwister Ebners, ein Bruder, ebenfalls mit dem Namen Ferdinand und die Schwester Susanne, waren schon vor seiner Geburt gestorben. Die übrigen vier Geschwister Anna, Maria (genannt Mitzi), Hans und Josefine waren alle wesentlich älter. Zudem waren Anna und Hans früh außer Haus zu wohlhabenden Verwandten gekommen, so dass Ebner fast als Einzelkind aufwuchs. Nach der Volksschule besuchte er das Lehrerbildungsseminar in Wiener Neustadt, das er jedoch 1900/01 wegen eines Lungenspitzenkatarrhs für ein Jahr unterbrechen mußte. Er verbrachte vier Wochen in der Heilanstalt Gleichenberg und fünf Monate in der Heilanstalt Alland. 1902 schloß er dann die Lehrerausbildung mit Auszeichnung ab und trat im Herbst 1902 seine erste Stelle als Volksschullehrer in Waldegg an.

Im Oktober 1912 wurde er nach Gablitz versetzt. Vom Kriegsdienst blieb Ebner verschont, da er für untauglich erklärt wurde. Er betätigte sich aber als Sammler für die Kriegsfürsorgekommission und für das Rote Kreuz und übernahm vom März 1915 bis zum Kriegsende als “Brotkartenverteiler” die gemeindeamtliche Mehlversorgung. Das Jahr 1923 war für Ebner ein sehr ereignisreiches und schwieriges Jahr: Im Jänner 1923 mußte er die provisorische Leitung der Volksschule Gablitz übernehmen. Bald darauf wurde Ebner wieder von einer Depression befallen, die diesmal im März und im Mai zu zwei Selbstmordversuchen führte. In der Folge wurde er beurlaubt und verbrachte sieben Wochen im Sanatorium Hartenstein. Am 7. Oktober heiratete er seine Lehrerkollegin Maria Mizera und kurz darauf, am 1. November schied Ebner krankheitshalber frühzeitig aus dem Schuldienst aus. Im August 1924 wurde sein Sohn Walther – sein einziges Kind – geboren. Am 17. Oktober 1931 starb Ferdinand Ebner in Gablitz

Seine geistige Entwicklung teilt Ebner in seinen “Lebenserinnerungen” in mehrere Perioden ein. Die Erste davon ist eine „poetische Periode“, die von ihm selbst später so beschrieben wird: “Und dann setzte sich ein verderblicher Wahn in mir fest, den ich vierzehn Jahre lang nicht losbrachte: Ich bildete mir ein, zum ‘Dichter’ geboren zu sein. Als ‘Dramatiker’ fing ich an, machte aber bald nur mehr Gedichte, selbstverständlich herzlichst schlechte.” Diese poetischen Bemühungen wurden von einer sehr intensiven Dichterlektüre begleitet, wobei nicht nur viele Klassiker aus dem deutschen Sprachraum darunter fielen, sondern auch französische und angelsächsische Dichter.
Nach dieser poetischen Periode folgte eine philosophische Phase: “Ich dürfte im 28. Jahre gewesen sein, als ich den Wahn, ein ‘Dichter’ zu sein, endgültig von mir abgeschüttelt hatte. Nun begann ich – vielleicht stark unter dem Einfluss der Weiningerlektüre – mich auf den ‘Philosophen’ um- und einzustellen.” An die Stelle der Dichter rückten nun die Philosophen in den Fokus von Ebners Aufmerksamkeit, deren Werken er sich mit derselben Intensität widmete. Inspiriert durch die Lektüre versuchte sich Ebner auch selbst als Philosoph und schrieb an einer “Philosophie des Lebens” mit dem Titel “Ethik und Leben”, die jedoch unvollendet blieb.

Zur Internationalen Ferdinand Ebner-Gesellschaft:

Die Internationale Ferdinand Ebner-Gesellschaft ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Innsbruck, der den Zweck der Sammlung und Konzentration des Werkes Ferdinand Ebners in Innsbruck, insbesondere aus seinem Nachlass und aus Materialien des Brenner-Archivs, sowie die internationale Verbreitung des Werkes Ferdinand Ebners verfolgt. Die Gesellschaft veranstaltet Vorträge, Versammlungen und Diskussionsveranstaltungen. Der Gablitzer Dr. Herbert Limberger ist in der Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring verantwortlich.